Formen der ketogenen Diät

Es gibt nicht "die ketogene Diät", vielmehr existieren verschiedene Arten und Ausgestaltungsformen der Diät. Insbesondere sind folgende Diätformen zu unterscheiden:

Die klassische Ketogene Diät im Verhältnis 4:1 bzw. 3:1

Die klassische Form der ketogenen Diät, wird seit ca. 75 Jahren in den beiden großen Zentren der USA (Mayo Klinik in Rochester u. Johns-Hopkins Hospital in Baltimore) durchgeführt. Bei der klassischen Form der Diät ist das Fett-/Kohlenhydrat- Verhältnis 4:1 (z.T. auch 3:1). Der Fettbedarf wird dabei aus Fett mit langkettiger Triglyzeriden (LCT) gedeckt. Bei dieser Diätform werden die Mahlzeiten exakt im vorgegebenen Verhältnis zubereitet. Jede Mahlzeit enthält 80% Fett und 20% Kohlehydrate und Eiweiße (bei der 4:1-Diät) bzw. 75% Fett und 25% Kohlehydrate und Eiweiße (bei der 3:1-Diät). Die Menge der Eiweiße pro Tag richtet sich nach dem Körpergewicht (Richtwert ist dabei 1g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag). Festzulegen ist auch die tägliche Kaloriendosis und die Anzahl der Mahlzeiten pro Tag. Nach diesen Vorgaben wird mit Hilfe eines Computer-Programms ein exaktes Verhältnis Fett-Eiweiß-Kohlehydrate ermittelt, welches bei jeder Mahlzeit beibehalten wird.

Die MCT-Diät

Daneben gibt es noch die MCT Diät die Fett aus mittelkettiger Triglyzeride5 (MCT) verstoffwechselt. Zugrunde liegt die Publikation von Huttenlocher (1971), daß die Menge der Ketonkörper bei der MCT-Diät in gleicher Konzentration vorhanden sind, der Anteil der Kohlenhydrate (das MCT-Öl gilt als stärker ketogen) aber deutlich höher ist und damit die Nahrung viel abwechslungsreicher gestaltet werden kann. Vermehrt sollen aber Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen oder Durchfall auftreten. Obwohl es auch Unterschiede in der Verstoffwechslung der beiden Fette gibt (LCT langsame Aufnahme über den Darm zur Leber, MCT direkte Aufnahme durch die Leber) zeigen Studien keinen Unterschied über die Wirksamkeit beider Diätformen. Andere Autoren mit jahrelanger Erfahrung beschreiben die klassische Diät als wirksamer und von der Akzeptanz her besser. Erfahrungen über eine modifizierte Diät aus einer Mischung von mittel- und langkettiger Triglyzeride5wurden in den 80er Jahren von englischen Autoren beschrieben.
Diese Diät ermöglicht eine flexiblere Gestaltung der Mahrzeiten.

Die Modifizierte Atkins-Diät und
die Low Glycemic Index-Behandlung

Diese Diätformen wurden in den letzten Jahren in den USA entwickelt, um Alternativen zum strengen Regime der klassischen ketogenen Diät zu schaffen, was insbesondere eine flexiblere und abwechslungsreichere Menügestaltung ermöglichen soll.

Wichtig ist jedenfalls, dass auch bei der Anwendung der klassischen ketogenen Diät eine Feinabstimmung der Diätanwendung stattzufinden hat und mit Unterstützung von Arzt/Ärztin und Diätologen/Diätologin Anzahl der Tagesmahlzeiten, Tageskalorienzahl, Eiweißmenge sowie die Hinzufügung von Vitaminen, Mineral- und Ergänzungsstoffen für den jeweilige konkrete Situation des Patienten/der Patientin abzustimmen und regelmäßig anzupassen ist. Dies ist nicht nur zur Gewährleistung der Wirksamkeit des Diäterfolges, aber auch zur Vermeidung von Nebenwirkungen der Diät notwendig.